Politik - Satire - Kultur

Gegründet von Moritz Saphir in Wien 1837 - Wiedergegründet von M. S. in Wien 2005

Nichtperiodisches aber chronisches Magazin
für akute Kritik, heilloses Essay und zensierliche Gedanken

Gib mir die Kugel, Mozart!
Das Humorist-EXTRABLATT
zum Mozartjahr 2006
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Ein Spatzerl saß im Volksgartenhain / und schiß dem Amtmann aufs Toupé. / Der schrie vor Wut: Ich sperr Dich ein!
Der Vogel flog davon und lachte, wollt´ doch kein Sperrling sein. (M.S.)

POLITIK

Kassierer und Kassandra

Eine deutsche Krankheit
erobert die Welt

In Europa grassiert die Verschrottungsmanie. Die Slowakei überlegt Abwrackprämien auf Sofas, Tschechien auf Toaster, Österreich auf Ideen, hatte aber keine. Dafür sitzt im einzigen krisenfreien Land Europas die halbe Elite im Gefängnis.

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Habsburgs Mittelfinger
oder
Straßenbau vor Völkerrecht

Vor einhundert Jahren wurde Bosnien-Herzegowina von Österreich-Ungarn annektiert. Des Kaisers Sohn und die österreichische Industriellenvereinigung feiern dies heute noch als Infrastrukturprojekt.

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Ein Land namens Córdoba

Zwischen Vorfreude und Versagensangst: Österreich stimmt sich auf die EURO ein.

Österreich kommt einfach nicht zur Ruhe. 2005: 50 Jahre Unabhängigkeit, 2006: 250 Jahre Mozart, 2007: 95 Jahre Kaiser, 2008: 90 Jahre Kaiser futsch, 70 Jahre Anschluss, 30 Jahre Córdoba. 30 Jahre Córdoba? Und die Fußballeuropameisterschaft? Ja, die findet auch statt. Als festliches Rahmenprogramm für die Feierlichkeiten zu Córdoba `78.

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Sympathisch hoffnunglsos

Zum Weinen gehn wir in den Keller: den Weinkeller.

Die Werbekampagne zur EURO 2008 ist wie das Spiel der Nationalmannschaft: Gute Ansätze, aber am Ende viel zu brav zum punkten.

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Die Schengenlüge

Die Schranken fallen, die Beschränkheit aber nicht: Schengen macht noch keine Europäer.

Kurz vor Weihnachten werden Politiker wieder das tun, was sie am besten können. Sich bei "Ortsterminen" in medienwirksame Posen werfen und großzügig Geschenke aus ihren reich gefüllten Plattitüdensäcken verteilen.

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Papa ante portas
Vom 7. bis 9. September 2007 besucht Papst Benedikt XVI., geb. Ratzinger, Österreich

Auch im Hort des heiligen-römischen Österreich gibt es zu viele Nestflüchter und Kuckuckseier. Kirchenaustritte und "Wünsch-dir-was"-Religionen sollen gestoppt, dem universalen Vertretungsanspruch der römischen Kirche für das menschliche Seelenheil Geltung verschafft werden. Was als Pilgerreise mit viel zeremoniellem Gewinke und dem üblichen symbolträchtigen Brimborium vorbereitet wird, gilt daher eigentlich der Überprüfung der vor Jahresfrist eingeforderten "Trendwende".

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Alles im Fluss
Österreich im 2-Fronten-Krieg

Freilich, an manchen Stellen schäumt es, an manchen Stellen stinkt es, doch dies sind höchstens "ästhetische Probleme". Die österreichische Politik fliesst dahin wie ein kleines Flüsschen. So wie der Zusammenfluss von Raab und Lafnitz von der Natur herbeigeführt und irgendwo auch wieder enden wird, geht das auch mit der Großen Koalition hierzulande

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Vernunft und Glaube
Ratzinger-Schönborn-Bush
oder Die letzten Plagen der Menschheit

(...) Papa Ratzinger sitzt indes grinsend im apostolischen Palast, spielt sein pontifikales Schachspiel und denkt sich: „Wenn die Wissenschaft mit ihrer Theorie von der spontanen Mutation zum Zwecke der progressiven Selektion recht hat, warum bin ich dann eigentlich immer noch hier?“ (...)

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Pflicht und Untat
Der Irving-Prozeß, Österreich und die „Wiederbetätigungs“- Falle

...  dann bräuchte es ein Gesetz nicht, daß jederzeit als Präzedenz für weitere Betätigungsverbote in alle Richtungen dienen kann ...

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Adé Adele

Wenn Identitäten stiften gehen
- Österreich nimmt Abschied von seiner teuersten Tapete

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Alter Fritz versus Bush
Friedrich der Große im Interview

„Dem Krieg gegenüber nicht fühllos bleiben...”

Friedrich der Große erklärt im Interview was der amerikanische Präsident nach dem Irak-Krieg falsch gemacht hat, daß sich Betrug an der Öffentlichkeit nicht auszahlt, warum die Todesstrafe ein Verhängnis ist und warum er - der große Feldherr - Kriege für den falschen Weg hält.

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Maiglöckchen und
Kameradenmörder
Ein Frühlingsspaziergang
durch braune Pfützen
 

...Stillhalte-Schüsselchen hätte seine Maiglöckchen läuten und sich den Staatsfeierriten hingeben können, aber nein, da prescht nun jede Woche ein anderer verhaltensauffälliger Abgeordneter...

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Der selige Krampfadern-Kalle

Zur Seligsprechung Kaiser Karl I.

(...) Dass der Frieden des “Friedenskaisers” ein „Frieden der Friedhöfe“ wurde, galt bei der Kurie nicht unbedingt als Negativum, handelt es sich doch bei Friedhöfen einwandfrei um kirchliche Einrichtungen. (...)

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SATIRE

Im Prater blüh´n wieder...

Der 1. Mai in Wien

Während andernorts der Aufstand zumindest geprobt wurde, hat man in Wien den 1. Mai zur Folkore demoliert. Statt Klassenkampf gibt es Zielgruppenpenetration in Richtung EU-Wahlkampf. "Der Osten" dient dabei gleichermaßen als Erfolgsstory wie Angstmacher.

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Burgerbewegung

20 Jahre McDonalds
in Ungarn

Die Mauer war vor 20 Jahren noch nicht gefallen, doch Mc Donalds war schon da. Bereitwillig gab sich die schon alternde gulaschkommunistische Hure ihrem barzahlenden westlichen (Be)Freier hin. Unweit der Váci utca öffnete Ende Mai 1988 die erste Mc Donalds-Filiale in Budapest und Ungarn...

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Wir sind Kaiser...

...und manche denken tatsächlich, es handelt sich dabei nur um eine Kabarettshow.

Die Wiener standen vor einem Trümmerhaufen: eine riesige Oper, Dutzende Lippizaner und so viel Berge und Schnee - alles nur für ein Rumpfvolk von gerade 8 Millionen?

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Zwei Döschen im Dreivierteltakt

Wiener Opernball 2007: das Dosenproseccoproblem ist gelöst, die Kotfrage nicht und Strache verkleidet sich dieses Jahr als Demokrat

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Supranationale
Würstel on tour

Jetzt bekommt der Österreicher den Rest - weil er den Osten bis heute nicht liebt, traktiert ihn die heimische Wirtschaft nun in der Sommerhitze mit Lángos und Gratis-Würsteln, bis er´s kapiert hat. Mit der großangelegten PR-Aktion "Tellerrand" holt man den Österreicher dort ab, wo er ißt – am Würstelstand....

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Direktionsloge oder Terrorzelle?
Nachlese zum
Wiener Opernball 2006

(...) Man kolportierte auch, Mausi Lugner wollte im Rathaus gar eine Sondergenehmigung behufs Enthebung von der Stallpflicht zum Zwecke des Ballbesuchs einholen. War natürlich Quatsch. Die Stallpflicht gilt ja nur für Nutzgeflügel. (...)

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Wir sind ein Salzfass
Identitäten im Schlußverkauf oder wie Salieri und andere Italiener Mozart die Geburtstagshow
stehlen wollten

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Zum 150. Todestag
Winter - eine Deutschlandreise
Sensationelle Entdeckung: Heinrich Heine kam bei seiner Winterreise auch durch Dresden. Folgendes, bisher unbekannte Manuskript wurde unlängst vom „Humoristen“ in einem Antiquariat aufgestöbert:

(...) Sie läuten herbei mit lautem Gesang / das Lied von der einstigen Größe - / Sachsen, Dein Traum vom Glück ist doch nicht mehr /als Gänsebraten mit Klöße. (...)

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Roter Oktober
oder: Black hawk down
am Heldenplatz

 (...) Nach dem Wahltag: Maltag.
Nationalgefeier panem et circensis.
Black hawk down am Heldenplatz.
Heute darf das Volk mal anfassen.

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Panik in Krähwinkel
Nachrichten aus einem
bedrängten Land

”... doch jenseit der heilen Welt des Offiziösen offenbart sich ein bedrängtes Land, tobt der Kulturkampf, wird Topfen schleichend zu Quark,
herrscht Panik in Krähwinkel ...”

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Die Türkeifrage
Der wahre Hintergrund von Österreichs Blokade und warum man in Österreich keine Nazis in Schränken findet

... Aber wie jeder weiß, ist der Bundesrat in Österreich nichts weiter als eine getarnte Einrichtung der Initiative "Betreutes Wohnen - Reich ins Heim, statt Heim ins Reich" ...

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KULTUR

Imperiale Schlüpferschau

Sie können es
einfach nicht lassen.

Ob in Ungarn oder Österreich - mit Sisi und dem ganzen historischen Rattenschwanz der Habsburg-Lothringer wird auf beiden Seiten der Leitha in allen nur erdenklichen Aggregatzuständen Kasse gemacht. Derweil gespenstert das alte Habsburgerreich durchs Parlament. Ein Besuch bei den Imperialdemokraten.

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Beerdigung
erster Klasse

Vom Aktionisten zur Mozartkugel

Hermann Nitsch bekommt ein Museumsmausoleum in Mistelbach, hinter den sieben Bergen und wird darin zu Tode gekuschelt. Derweil widmet ihm die heimische Konditorenzunft rot getünchte Trüffelpralinen - ein Nachruf.

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Fest des Flirtens
und der Bosheit

Shakespeares "Viel Lärm um nichts" am Wiener Burgtheater

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Das kleine Glück
des Bakteriums
im Darmtrakt
der Termite

René Pollesch: "Das purpurne Muttermal" - UA am Wiener Akademietheater

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Lachen können, wo andere weinen müssen
Mozarts „Cosí fan tutte“ am Theater an der Wien als ein seligst zerfallendes Moralgerüst
 

 Regisseur Patrice Chèreau führte bei den Wiener Festwochen vor, daß Theater auch funktioniert, wenn man nicht so genau weiß, warum

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Donnawetter
Wiens belehrungsfreier Don Giovanni beim Klanbogen am Theater an der Wien

Die Höllenfahrt diesmal in einem Luxushotel, daß sich manchmal zur ganzen Welt ausdehnen will. Man wunderte sich nur, warum am Ende nicht Billy Wilder als Regisseur erschienen ist, denn fast wäre das Welttheater in türenschlagendem Komödiengetöse untergegangen und nicht der Titelheld...

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Höllenfahrt am Originalschauplatz

Mozarts „Don Giovanni“ als zeitloser Dauerbrenner am Ständetheater Prag 2006

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Die Entführung aus dem Theater
„Die Entführung aus dem Serail“ am Wiener Burgtheater

Dönerkomik und das komplexe Wunder Frau oder Wie man eine „Entführung“ entführt

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Weitere Rezensionen aus dem Burgtheater / Akademietheater / Kasinotheater:

GOETHE: TORQUATO TASSO

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Gänse im Serail
Mozart´s Singspielfragment
„L´oca de Kairo“ an der
Wiener Kammeroper

Die Gans von Kairo findet an der Wiener Kammeroper einen amüsanten und schlüssigen Weg in die Gegenwart - Eine große Leistung für ein kleines Haus

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Weitere Rezensionen aus der Wiener Kammeroper
/ Neue Oper Wien:

ZAUBERFLÖTE - GEKÜRZT

EÖTVÖS: LE BALCON

DIE BETTLEROPER

VENUS UND ADONIS

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Müde Krieger
Aktionistenarchivierung oder
Der Wiener Aktionismus
zwischen Provokation
und Folklore

Die Ausstellung “Wiener Aktionismus, Sammlung Hummel” im Wiener MUMOK zeigt die Reliquien der Unheiligkeit

Hat es etwas zu sagen, wenn Hermann Nitsch während der Pressekonferenz zur Wiener Aktionismus-Ausstellung einschläft?

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Aufklärung -
nur ein Experiment?
Der Menschenfreund bleibt in der Vorstadt und im Zentrum tobt der Biedermeier

Experiment Ausstellung - Die Wiener Albertina, das Da Ponte-Institut und das Wiener Mozartjahr suchen mit „Mozart – Experiment Aufklärung“ den Blick aufs große Ganze, verfehlen aber prunkvoll das Thema

... Das ist genau der Ort, an den mancher sich die Aufklärung hinwünscht: ins Museum...

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Unaussprechlich und fern
oder Die Erschaffung des Menschen durch die Musik
Mozart: „Lucio Silla“ unter Harnoncourt / Guth Premiere am Theater an der Wien (März 2006)

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Weitere Rezensionen,
Kommentare und Antithesen
zum Wiener Mozartjahr

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Friede den Herden
Don Carlos versucht sich an der Wiener Staatsoper in doppelter Haushaltsführung

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